Unsere Ortsunion umfasst ein sehr abwechslungsreiches Gebiet.
Neben der Schleuse haben wir mit dem Erphoviertel und Blitzdorf 2 historisch gewachsene Gebiete. Zudem liegt an der Warendorfer Straße ein florierendes Geschäftszentrum.
Benannt ist das Erphoviertel nach dem münsterschen Bischof Erpho und der Christus König-Kirche, auch Erphokirche genannt, im östlichen Teil. Viele Straßenzüge tragen zudem die Namen weiterer früherer Bischöfe, darunter zum Beispiel Burchard von Holte oder Dodo. Erpho war zunächst Dompropst, ab 1084 Bischof in Münster. Im Investiturstreit hielt er Kaiser Heinrich IV. auch nach dessen Niederlage die Treue. Erpho baute mehrere Kirchen, gab Zuwendungen an das Mauritz-Stift und weihte 1090 den Dom.
Markant für das Erphoviertel ist die lockere Wohnbebauung, die Villen wie zum Beispiel die Villa Sunder-Plaßmann beziehungsweise andere großzügig angelegte Gebäude aufweist. Am bekanntesten ist die Villa ten Hompel, eine ehemalige Fabrikantenvilla, Sitz der Ordnungspolizei während der Zeit des Nationalsozialismus und seit 1999 Museum und Gedenkstätte. (http://www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel/ ). Im Erphoviertel befinden sich ebenfalls die münstersche Abteilung der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen und die Steuerberaterkammer Nordrhein-Westfalen-Lippe.
Blitzdorf, die Bebauung an der Warendorfer Straße bis zur Mauritzheide, im oberen Bereich Flüsseviertel genannt, ist eine Siedlung, die vor dem ersten Weltkrieg zur Behebung der Wohnungsnot aus vielen kleinen Häuser vornehmlich für Eisenbahner entstanden ist. Hier befand sich zwischen 1898 und 1936 auch eine der legendären Radrennbahnen. Die Fahrrad-Sechstagerennen waren schon zur Belle Epoque eine Massenattraktion. In Münster als Hochburg des Radrennsports waren in den 1920er Jahren ganze Stadtviertel entvölkert, wenn die verrückten »Six Days« starteten - bis die Nazis die 6-Tage-Rennen als »unwürdiges Spektakel« verboten. Fast alle Radsportgrößen der damaligen Zeit sind hier am Start gewesen. Die Mittwochabendrennen um die Sommerbahnmei-sterschaft waren ein fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Bahn. Im Jahre 1924 gab es eine Generalüberholung. Jetzt konnten hier auch Motorradrennen stattfinden. 1936 wurde die Bahn abgerissen, da hier eine andere Art der Bebauung entstand, ein Stück Münsterischer Radsportgeschuichte war zu Ende gegangen; lediglich ein Teil der Westkurve blieb bis 1946 noch stehen. Heute erinnert noch der Name des Lokals "Zur Sportbahn" in der Lahnstraße an die Bahn.
Die Zwillingsschleuse Münster liegt am Dortmund-Ems-Kanal bei km 71,50. Ab 2011 verfügt sie über zwei neue, 190 Meter lange Kammern, die auch für 185 Meter lange Schubverbände geeignet sind. 2007 passierten 879 Schubverbände und 17.288 Motorschiffe mit 13.833.000 t Ladung die Schleuse. Aufgrund des Alters der heutigen Schleusen und der gestiegenen Anforderungen aus der Schifffahrt wurde der Bau von neuen Schleusen in Münster erforderlich. Die Zwillingsschleuse hat zwei Schleusenkammern, die intelligent zusammenarbeiten. Auf diese Weise läuft eine Schleusung sehr wassersparend ab. Übrigens: "Schleußt“ ist ein veraltetes Wort für „schließt“.
Weitere Informationen unter:
http://www.schiffundtechnik.com/lexikon/schleuse-muenster.html
Interessant ist auch der Hochbunker an der Emsstraße. Er wurde in der Zeit zwischen 1943 und 1944 erbaut und sollte 782 Personen Schutz bieten. Nach dem Krieg wurde der Bunker entfestigt, Tür- und Fensteröffnungen wurden in die Wände gesprengt. Heute wird er von verschiedenen Firmen als Lager und Produktionsstätte benutzt.
An der Oderstraße liegt der Yachthafen des Yachtclubs Monasteria eV, in dem einige beeindrucktende Yachten liegen. Der Hafen kann an Donnerstag Abenden besichtigt werden. (http://www.myc-ms.de/) |